Die Wettiner-Saga
Akt 3: Der Dresden-Coup
Wir sahen Meißen zur Schatzkammer werden und Wittenberg zur Bühne der Reformation. Doch die Geschichte unserer sächsischen Saga endet in der Stadt, die heute am hellsten strahlt. Wenn wir auf das barocke Dresden blicken, sehen wir eine Symphonie aus Stein. Doch diese Schönheit hat ein dunkles Gründungsgeheimnis, das auf dem Schlachtfeld geboren wurde: Verrat.
Nach der Landesteilung 1485 waren die Dresdner Wettiner nur die Juniorpartner. Die wahre Macht, die Kurwürde, lag bei ihren Cousins in Wittenberg. Ein Zustand, der einen Mann zur Weißglut trieb: Herzog Moritz von Sachsen. Er war ambitioniert, skrupellos und ein Meister des Timings. Und im Schmalkaldischen Krieg (1546/47) tat er das Undenkbare: Er, der Protestant, verbündete sich mit dem katholischen Kaiser gegen seinen eigenen protestantischen Cousin.

Es war ein Stich in den Rücken der eigenen Familie. Aber der Einsatz zahlte sich aus. Der Kaiser gewann – dank Moritz. Die Belohnung war historisch: Der Kaiser entzog dem Wittenberger Cousin die Kurwürde und übertrug sie 1547 auf Moritz und seine Dresdner Linie. Das war der Urknall für den Aufstieg Dresdens. Über Nacht flossen die gesamte Macht und der unermessliche Reichtum Sachsens nach Dresden. Ohne den Verrat von Moritz gäbe es kein Elbflorenz, wie wir es kennen.
Ihre Spurensuche in Dresden
Wenn Sie das nächste Mal am Dresdner Residenzschloss stehen, im Zentrum der Macht, dann denken Sie an Moritz. Und wenn Sie dann die Elbe entlangblicken, sehen Sie nicht mehr nur drei Städte. Sie sehen die drei Akte eines einzigen, großen sächsischen Dramas – eine Geschichte, die in den Steinen unserer Heimat verewigt ist. Man muss nur wissen, wo man suchen muss.
Damit endet unsere Reise entlang der Elbe. Ich hoffe, diese kleine Trilogie hat Ihnen neue Perspektiven auf unsere faszinierende sächsische Heimat eröffnet. Vielen Dank fürs Lesen!

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